Der Niederrhein ist seit jeher eine fruchtbare Region für den Gemüseanbau. Viele der Bio-Betriebe, mit denen wir seit Jahren zusammenarbeiten, bewirtschaften ihre Felder hier mit großer Sorgfalt und viel Erfahrung. Doch auch sie merken: Das Klima verändert sich – und damit die Bedingungen, unter denen Bio-Gemüse wächst.
Als Verarbeiter und Händler stehen wir nicht auf dem Acker, aber wir stehen an der Seite derer, die ihn bestellen. Was sich draußen auf den Feldern verändert, wirkt sich unmittelbar auf unser Sortiment, unsere Küche und letztlich auch auf das aus, was bei euch auf dem Teller landet.
🌡️ Längere Vegetationszeiten – neue Möglichkeiten für den Anbau
Viele unserer Partnerbetriebe berichten von milderen Wintern und längeren Vegetationsphasen. Das eröffnet Chancen:
- Aussaaten können früher erfolgen, Ernten sich nach hinten verschieben.
- Wärmeliebende Kulturen, die früher hier kaum eine Rolle spielten, werden plötzlich realistisch.
So werden am Niederrhein inzwischen Süßkartoffeln angebaut – und sogar Yacon, eine Knolle aus den Anden, die man früher eher aus Südamerika kannte. Dass solche Kulturen heute regional wachsen, ist ein direktes Ergebnis der klimatischen Veränderungen.
☀️ Wärme allein reicht nicht
So sehr Süßkartoffeln und Yacon von höheren Temperaturen profitieren – sie stellen auch neue Anforderungen:
- gleichmäßige Wasserversorgung
- gesunde, gut strukturierte Böden
- sorgfältige Planung der Fruchtfolgen
Gerade im Bio-Anbau, der ohne synthetische Hilfsmittel arbeitet, ist das eine echte Herausforderung. Umso mehr schätzen wir die Erfahrung und das Fingerspitzengefühl unserer Partnerbetriebe, die ihre Anbausysteme kontinuierlich weiterentwickeln.
🌧️ Zwischen Trockenstress und Starkregen
Viele Bio-Bauern am Niederrhein berichten inzwischen von:
- längeren Trockenphasen im Sommer
- plötzlichen, heftigen Regenfällen
Beides belastet Böden und Pflanzen. Humusaufbau, schonende Bodenbearbeitung und vielfältige Fruchtfolgen werden immer wichtiger – nicht nur für stabile Erträge, sondern auch für die langfristige Fruchtbarkeit der Flächen.
🐛 Neue Herausforderungen durch Schädlinge
Mit dem veränderten Klima tauchen auch neue Schädlinge und Krankheiten auf oder überleben milde Winter besser als früher. Für Bio-Betriebe bedeutet das:
- noch genauere Sortenauswahl
- mehr Beobachtung
- Förderung natürlicher Gegenspieler
All das kostet Zeit, Wissen und Engagement – und genau deshalb verstehen wir unsere Bio-Gemüsebauern nicht als Lieferanten, sondern als Partner.
🤝 Unsere Rolle: unterstützen, verarbeiten, sichtbar machen
Wir selbst bauen kein Gemüse an. Aber wir:
- entscheiden uns bewusst für regionale Bio-Betriebe
- zahlen faire Preise für hochwertige Rohstoffe
- verarbeiten das Gemüse schonend und respektvoll
- erzählen die Geschichten hinter den Produkten weiter
Wenn heute am Niederrhein Süßkartoffeln und Yacon wachsen, dann ist das kein Trend-Gag, sondern das Ergebnis harter Arbeit, Anpassungsfähigkeit und Mut unserer Partnerbetriebe.
🌱 Unser Fazit
Der Klimawandel verändert den Bio-Gemüseanbau am Niederrhein spürbar. Er bringt Risiken – aber auch neue Möglichkeiten. Damit diese Chancen nachhaltig genutzt werden können, braucht es starke, regionale Partnerschaften zwischen Anbau, Verarbeitung und Handel.
Genau dafür stehen wir:
für Bio-Gemüse aus der Region,
für die Menschen dahinter
und für eine Landwirtschaft, die auch morgen noch trägt.
